aktuell
Nächste Termine:
03.07.26: Shadow - Trail & Run (More Info: siehe "Laufsport")
03.07.26: Sportabzeichen-Aktion im Sportpark
03.07.26: Gemütlicher Wochenendeinstieg im TV Sportpark
12.07.26: Sportabzeichen-Aktion: 1.Schwimmtermin
12.07.26: Triathlon Vereinsmeisterschaften
Laufsport
Ausrichter ab 2029 gesucht - Dritter Bewerber für Frankfurt Marathon
Seitdem feststeht, dass der Frankfurt Marathon in Zukunft nicht mehr automatisch vom bisherigen Ausrichter durchgeführt werden wird, ist Bewegung in die Szene gekommen. Nun steht bereits ein dritter Interessent in den Startlöchern.

Die Überraschung war groß, als im April dieses Jahres öffentlich wurde, dass es einen zweiten Interessenten für die Ausrichtung des Frankfurt Marathons gibt.
Die Frankfurter Sportagentur (FSA) hatte sich seinerzeit bei der Stadt Frankfurt gemeldet und für die Durchführung im Jahr 2027 beworben.
Seitdem herrscht große Betriebsamkeit um die Großveranstaltung, die Jahr für Jahr am letzten Oktoberwochenende viele tausend Lauffreunde in die Mainmetropole lockt. Denn fast zwangsläufig ergeben sich diverse Änderungen und kommt viel Dynamik in den Gesamtprozess. Erst recht, seitdem nun ein dritter Interessent die Hand gehoben hat.

Ausschreibung muss europäisch erfolgen
Denn nun muss die Organisationsvergabe ausgeschrieben werden, auch weil die Stadt seit 2008 nicht mehr als Veranstalter auftritt und die Agentur motion events unter Leitung von Jo Schindler den Marathon auf eigenes Risiko, aber auch eigene Chancen durchführt. Die Stadt unterstützt den Ausrichter seither mit einem Zuschuss von etwa 400.000 Euro pro Jahr.

Eine Summe, die bei weitem nicht ausreicht, um ein Event dieser Größenordnung auf die Beine zu stellen. Eine Summe aber, die gezielt mit Mehrwert für die Stadt eingesetzt werden sollte. Genau das sah die FSA in der Vergangenheit nicht immer gewährleistet. "Der Frankfurt Marathon muss eine Veranstaltung von Frankfurtern für Frankfurter sein", sagt Geschäftsführer Andreas Bechmann, der mit seinem Konzept eine strategische Neuausrichtung des Laufklassikers propagiert.

Eine Summe, die andererseits zur Folge hat, dass die Durchführung des Frankfurt Marathons nun europäisch ausgeschrieben werden muss. Das wiederum bringt ein komplexes Verfahren mit sich, das einiges an Zeit verschlingen wird. Zuvorderst erstellt das Frankfurter Sportamt ein Anforderungsprofil, nach dessen Kriterien der Marathon zukünftig ausgerichtet werden soll. "Wir werden nach der Sommerpause damit beginnen können", sagt Florian Fünffinger, Leider des Sportamts.
"Wir mussten nun erst einmal die Zuständigkeiten der einzelnen Dezernate prüfen und brauchten eine rechtliche Einschätzung, um jetzt den Prozess in Gang zu bringen."

Sponsor zeigt sich treu und zuversichtlich
Dieser Katalog des Sportamts muss anschließend von den städtischen Gremien verabschiedet werden und fließt dann in die offizielle Ausschreibung. Der nachfolgende Prozess mit Bewerbungen, deren Auswertung und der finalen Entscheidung könnte länger als ein halbes Jahr dauern. Erfahrungen aus einem vergleichbaren Verfahren zum München Marathon zeigen zudem, dass juristische Auseinandersetzungen nach einer solchen Vergabe keineswegs ausgeschlossen sind. Hierfür habe man einen zusätzlichen zeitlichen Puffer eingerechnet. "Erst recht jetzt, wo wir von mehreren Bewerbern wissen, wollen wir juristisch wasserdicht ausschreiben", so Fünffinger.
Um vor allem für einen neuen Organisator eine seriöse Vorbereitungszeit zu gewährleisten, ist das erklärte Ziel, spätestens Mitte 2028 den zukünftigen Ausrichter präsentieren zu können.

Dass der Vertrag von motion events mit Titelsponsor Mainova bis 2028 läuft, soll keine Rolle bei der großzügigen Planung des Verfahrens gespielt haben.
Unternehmenssprecher Ferdinand Huhle jedenfalls beteuerte: "Die Stadt muss sich um unser Sponsoring keine Sorgen machen."
Heißt: Selbst bei einem vorzeitigen Wechsel des Veranstalters würde man dem Marathon die Treue halten. Noch mehr: "Wir sehen dem Wettbewerb um das Rennen positiv entgegen", so Huhle, der ein faires und transparentes Verfahren begrüßt und diesem zuversichtlich entgegenblickt.

A.S.O. Germany wird sich bewerben
Genau dieses Verfahren führt nun aber auch dazu, dass neben der FSA und motion events ein weiterer Bewerber auf den Plan tritt: Der Veranstalter des Radklassikers Eschborn-Frankfurt, die A.S.O. Germany.
"Es liegt in unserer DNA, dass wir unseren Hut in den Ring werfen, wenn es zur Ausschreibung kommt", macht Nathanael Bank, der Chef des Radrennens, keinen Hehl aus den Ambitionen des Unternehmens. Somit wird es also mindestens einen Dreikampf geben - weitere Mitstreiter nicht ausgeschlossen.
Wie hart dieser Wettbewerb sein kann, hat die A.S.O. mit ihrer Mutterorganisation aus Frankreich in diesem Jahr erlebt. Nach fast 30 Jahren als Ausrichter des Paris-Marathons erhielt dort nun ein Konsortium den Zuschlag für die nächsten vier Ausgaben.

Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es landläufig. Dem Marathon schadet die neue Dynamik bei seiner Austragung in diesem Jahr jedenfalls nicht.
"Nach jetzigem Stand werden wir Ende Juli ausgebucht sein", sagt Schindler, der mit 18.500 Laufenden dann einen Teilnehmerrekord vorzuweisen hätte. Damit nicht genug, auch auf leistungssportlicher Ebene erreicht der Frankfurt Marathon dieses Jahr neue Sphären.
Noch nie standen in Deutschland die drei schnellsten deutschen Läufer der ewigen Bestenliste gemeinsam an einer Marathon-Startlinie. Mit Amanal Petros, Samuel Fitwi und Richard Ringer wird genau das am 25. Oktober in Frankfurt passieren.

Spannung bis auf die Ziellinie
Dass dies nun genau in dem Jahr der Fall sein wird, in dem mit der FSA ein Konkurrent die Hand gehoben hat, der zukünftig vor allem auf die deutsche Farbe setzen würde, ist laut Schindler reiner Zufall. "Ich habe mit den Dreien schon seit langer Zeit Kontakt, denn ich wollte auf jeden Fall einen von ihnen am Start stehen haben", so der 62-Jährige.
Dass es nun alle drei geworden sind, sei den Möglichkeiten mit dem Veranstalter aus London geschuldet, macht Schindler aber auch keinen Hehl aus dem neuen finanziellen Spielraum.

Bechmann freut sich: "Wir haben laut den nationalen Schwerpunkt gefordert, jetzt passiert es." Und auch die namhafte Konkurrenz um die Vergabe sieht er sportlich: "Wir haben weitere Wettbewerber erwartet und sind überzeugt, das beste Konzept für Frankfurt zu haben."
Dass der Prozess so lange dauern wird, versteht er naturgemäß nicht. Und tatsächlich erscheint die Zeitstrecke bis zur Vergabe für das Jahr 2029 wie ein Marathon. Dass es dabei bis zur Ziellinie ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben könnte, ist für Unbeteiligte ein spannendes Szenario und objektiv betrachtet eine Aufwertung für den ältesten deutschen Stadtmarathon.

QUELLE: SPORTSCHAU