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Fragen - Fragen - Fragen: Basiswissen zum Coronavirus
Finden Sie hier bei TVOnline grundlegende Informationen zum neuartigen Coronavirus – zu Übertragung, Art und Herkunft des Virus.

Was sind Coronaviren und was bedeuten COVID-19 und SARS-CoV-2?
Coronaviren wurden erstmalig Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Der Name "Coronavirus" bezieht sich auf das Aussehen der Coronaviren unter dem Mikroskop, das an eine Krone oder einen Kranz erinnert (lateinisch corona = Kranz, Krone). Ein Teil der Erkältungskrankheiten des Menschen wird durch Coronaviren ausgelöst. Das neuartige Coronavirus wird als "neuartig" bezeichnet, da es sich um ein neues Virus der Virusfamilie der Coronaviren handelt, das erstmals im Dezember 2019 identifiziert wurde. Seit dem 11. Februar 2020 trägt dieses Virus, das vorläufig mit 2019-nCoV bezeichnet wurde, einen neuen Namen: SARS-CoV-2. Das Akronym SARS steht hierbei für “Schweres Akutes Atemwegssyndrom”. Die Erkrankung, welche durch SARS-CoV-2 ausgelöst wird, wird mit COVID-19 bezeichnet (Corona Virus Disease 2019). Coronaviren können Menschen oder Tiere infizieren. In manchen Fällen können Coronaviren, die zuvor ausschließlich Tiere infiziert haben, auf den Menschen übertreten, sich dort weiterverbreiten und auch zu schweren Erkrankungen führen. In der Vergangenheit war das bei den Ausbrüchen von SARS-CoV (Severe Acute Respiratory Syndrome) und MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome) der Fall. Auch bei dem neuartigen Coronavirus trifft dies vermutlich zu.

Woher stammt das neuartige Coronavirus und wann wurde es entdeckt?
Man nimmt an, dass die jetzige Coronavirus-Pandemie in asiatischen Fledermäusen ihren Ursprung hat, ein direkter Nachweis ist bislang jedoch nicht geführt worden. Es ist nicht geklärt, ob das Virus unmittelbar von einer Fledermaus auf Menschen übertragen wurde oder eine weitere Tierart das Virus von der Fledermaus auf den Menschen übertragen hat. Die ersten Menschen haben sich nach derzeitigen Erkenntnissen auf einem Seafood-Markt in der chinesischen Stadt Wuhan infiziert, bei dem auch Wildtiere bzw. Organe von anderen Tieren und Reptilien angeboten wurden. Die ersten Infektionen wurden im Dezember 2019 bekannt. Nach derzeitigem Kenntnisstand spielen die einheimischen Fledermäuse bei der jetzigen Coronavirus-Pandemie keine Rolle. Daher gibt es keinen Grund, diese streng geschützten Arten zu verfolgen, sie aus Wohnhäusern zu vergrämen oder ihre Quartiere zu zerstören. Ein direkter Kontakt von Fledermäusen und Menschen ist per se extrem selten. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Erreger durch infizierte Personen in unsere einheimischen Fledermauspopulationen hineingetragen wird.

Wann spricht man von einer Pandemie und wann von einer Epidemie?
Tritt eine Krankheit in einem zeitlich und örtlich begrenzten Rahmen auf, spricht man von einer Epidemie. Im Gegensatz zu einer Epidemie betrifft eine Pandemie die gesamte Welt, d. h., sie ist nicht örtlich begrenzt und ist länder- und kontinentübergreifend. Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde von der WHO am 11.03.2020 zu einer Pandemie erklärt. Spricht man nur von den aktuellen Fallzahlen in Deutschland kann der Begriff Epidemie genutzt werden. Infektionsepidemiologische Auswertungen über die Situation in Deutschland stellt das Robert Koch-Institut zur Verfügung.

Was bedeutet der Begriff „zweite Welle" in Bezug auf das neuartige Coronavirus ?
Der Begriff „zweite Welle“ ist kein wissenschaftlich exakt definierter Begriff. Manche definieren eine Welle als eine exponentielle Zunahme der Neuinfektionen, andere sprechen erst von ihr, wenn es zu einer Überforderung des Gesundheitssystems kommt.

Was ist eine Mutation? Wird der Erreger dadurch gefährlicher ?
Viren vermehren sich in den Körperzellen und bei dieser Vermehrung passieren kleine Veränderungen, die als Mutation bezeichnet werden. Der Prozess der Mutation ist normal. Nur selten machen die Mutationen den Erreger schädlicher. Die meisten Mutationen haben keine Auswirkungen auf das Virus. Es kann sogar sein, dass eine Mutation das Virus weniger schädlich macht. Das neuartige Coronavirus ist bereits mutiert, seine Gefährlichkeit ist dadurch aber nicht gestiegen.

Was sind die Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung ?
Aufgrund der Neuartigkeit des Virus und der Krankheit lassen sich momentan keine zuverlässigen Aussagen zu den Langzeitauswirkungen und möglichen Folgeschäden einer COVID-19-Erkrankung treffen.

Zu welchen Komplikationen oder Folgeerkrankungen kann eine COVID-19-Infektion führen?
Eine Erkrankung mit COVID-19 führt zu verschiedenen Symptomen, u. a. Husten, Fieber, Schnupfen und Gliederschmerzen. Die meisten Erkrankungen verlaufen mild, 14% allerdings schwer und 5% kritisch. Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus kann dann nicht nur die Atemwege, sondern auch andere Organsysteme betreffen.
Als Komplikationen und Folgeerkrankungen wurden bisher neben Infektionen der Atemwege und Lungenentzündungen, Erkrankungen des Nervensystems, der Haut oder des Herz-Kreislauf-Systems beobachtet. In einzelnen Fällen traten auch entzündliche Erkrankungen des Nervensystems, des Gehirns oder der Hirnhaut auf, die möglicherweise mit COVID-19 in Zusammenhang standen. Bei einem Teil der Erkrankten ließ sich eine Mitbeteiligung des Herzens nachweisen. Unter den Betroffenen waren auch COVID-19-Fälle mit mildem oder moderatem Verlauf sowie Kinder. Auch Magen-Darm-Beschwerden oder Nierenerkrankungen können als Folgeerkrankung auftreten.

Was bedeutet ein schwerer Verlauf von COVID-19?
Niemand sollte eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus auf die leichte Schulter nehmen. Denn die durch das Virus ausgelöste Krankheit COVID-19 kann tödlich enden. Allerdings verspüren zirka 80 Prozent der Menschen, die sich mit dem Virus infizieren, nur leichte oder gar keine Krankheitszeichen. Es gibt jedoch auch schwere Verläufe mit Lungenentzündungen, bei denen ein Aufenthalt in einer Klinik notwendig ist oder sogar ein Beatmungsgerät gebraucht wird. Wie groß der Anteil derjenigen ist, die aufgrund des Virus sterben, lässt sich derzeit schwer sagen. Todesfälle traten bisher vor allem bei Risikopatienten auf, d. h. vor allem bei älteren Menschen über 60 Jahre oder bei Menschen mit Vorerkrankungen.

Welche Altersgruppen sind von COVID-19 besonders betroffen ?
Alle Altersgruppen können sich infizieren und erkranken. Besonders gefährdet für einen schweren Verlauf sind Menschen höheren Alters (60+) und jene, die bereits von Grunderkrankungen betroffen sind.

Bestehen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen - bei Ansteckung, Übertragung und beim Krankheitsverlauf ?
Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder etwas weniger empfänglich für eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sind und im Übertragungsgeschehen möglicherweise eine geringere Rolle als Erwachsene spielen. Das muss jedoch noch weiter untersucht werden. Ein schwerer Verlauf der Erkrankung bei ansonsten gesunden Kindern (nicht chronisch vorerkrankt) ist sehr selten.

Sind Männer häufiger betroffen als Frauen ?
Das Risiko, sich mit dem neurartigen Coronavirus zu infizieren ist - soweit bisher bekannt - für Männer und Frauen etwa gleich groß. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Männer häufiger einen schweren Krankheitsverlauf erleiden als Frauen. Die Ursachen dafür sind noch nicht ausreichend erforscht.

Ich bin Pollenallergiker. Bin ich besonders gefährdet, mich mit COVID-19 zu infizieren ?
Nein. Pollenallergiker und -allergikerinnen haben keine verminderte immunologische Abwehr. Die Abwehr gegen Bakterien und Viren ist bei ihnen normal, sie sind nicht immungeschwächt. Menschen mit Heuschnupfen haben eine verstärkte immunologische Reaktion auf die in der Luft fliegenden Pollen. Pollenallergiker und -allergikerinnen sollten die von ihnen eingesetzten Medikamente weiterhin verwenden und nicht absetzen.

Ist es sinnvoll, einen Antikörpertest im Internet zu bestellen ?
Nein. Antikörperstudien werden von Forschungsinstituten, Laboren oder ausgebildeten Ärzten durchgeführt. Die Qualität und Genauigkeit der Antikörpertestformate aus dem Internet kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden. Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin, wenn Sie einen Antikörpernachweis wünschen.

Hat COVID-19 einen saisonalen Effekt ?
Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung hat immer noch keinerlei Immunschutz gegen SARS-CoV-2. Die Atemwegserkrankungen verursachende Viren verbreiten sich, laut den Informationen des Robert Koch-Insituts, schlechter im Sommer.
Dies passiert vor allem aufgrund der höheren Temperaturen und der UV-Strahlung. Eine Saisonalität wurde bei anderen humanen Coronaviren, wie Schnupfenviren, beobachtet.

Was müssen wir tun, damit sich das Virus im Winter nicht noch weiter verbreitet ?
Im Gegensatz zum Sommer halten sich die Menschen im Winter eher in geschlossenen Räumen auf. Damit sich das neuartige Coronavirus in diesen Räumen nicht ausbreiten kann, ist es ratsam, häufig zu lüften.
Daher gilt die Formel: AHA+L (Abstand halten, Hygieneregeln befolgen, Alltagsmasken tragen und Lüften).
Wir sollten zusätzlich alle darauf achten, unsere Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und wenn möglich, zuhause zu bleiben. Außerdem ist zu erwarten, dass in den kälteren Jahresszeiten die Anzahl der Grippepatienten und -patientinnen höher ist. Um das Gesundheitssystem nicht weiter zu belasten, ist es in diesem Jahr besonders zu empfehlen, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. So leisten Sie einen Beitrag zur Entlastung des Gesundheitssystems und die Kapazitäten können für mögliche COVID-19-Erkrankte bereitgehalten werden.

Warum werden Fiebermessungen mancherorts im öffentlichen Raum vorgenommen ?
Fieber ist eines der am häufigsten auftretenden Symptome von COVID-19.
Die Fiebermessung beispielsweise vor Betreten des Arbeitsplatzes oder an Flughäfen soll dazu dienen, infizierte Personen zu identifizieren und so die Weiterverbreitung des neuartigen Coronavirus zu vermeiden. Temperaturmessungen bieten allerdings keinen vollwertigen Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus, da nicht jeder oder jede Erkrankte Fieber entwickelt.

Fast täglich wird über neue Studien über das Coronavirus berichtet, was sagen uns diese Studien ?
Zurzeit arbeitet die forschende Wissenschaft mit Hochdruck an neuen Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus. Darunter gibt es bspw. verschiedene Studien über Antikörper oder Impfstoffe. Diese hohe Anzahl an Studien mit teils unterschiedlichen Ergebnissen kann auf den ersten Blick verwirrend wirken. Für das Fachpublikum bietet das Robert-Koch-Institut eine Datenbank über klinische Studien, die das Coronavirus weiter erforschen. Zusätzlich finden Sie hier weitere Antikörperstudien. In diesen Übersicht finden Sie auch externe Studien. Zusäzlich finden Sie auf den Seite des RKI auch Einschätzungen zu Studien.

Wie kann ich mich infizieren ?
Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Tröpcheninfektion ist der Hauptübertragungsweg. Diese Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch erfolgen, wenn virushaltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Nase, des Mundes und ggf. des Auges gelangen. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist prinzipiell nicht ausgeschlossen.
Außerdem kann SARS-CoV-2 über Aerosole (in der Luft schwebende Tröpfchenkerne, die kleiner als 5 Mikrometer sind) übertragen werden.
Eine Übertragung über Oberflächen ist, insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von infizierten Personen, nicht auszuschließen.
Die Coronaviren SARS-CoV-2 wurden auch in Stuhlproben Betroffener gefunden.
Ob SARS-CoV-2 auch über den Stuhl verbreitet werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt.

Kann man für andere ansteckend sein, ohne selbst krank zu sein ?
Es ist möglich, dass man sich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt hat, ohne dies zu bemerken. Manchmal fallen die Krankheitsanzeichen sehr schwach aus oder fehlen ganz.
Allerdings können auch infizierte Personen ohne Symptome das Virus übertragen.

Wieviel Zeit vergeht zwischen der Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus und dem Auftreten der ersten Symptome (Inkubationszeit) ?
Die Inkubationszeit kann bis zu 14 Tage andauern, im Durchschnitt beträgt sie jedoch fünf bis sechs Tage.

Ist eine Übertragung des neuartigen Coronavirus über die Raumluft möglich ?
Untersuchungen zeigen, dass das neuartige Coronavirus auch über Aerosole übertragen werden kann.
Aerosole sind Tröpfchenkerne, die kleiner als fünf Mikrometer sind und die beim normalen Sprechen, aber vor allem beim Singen oder lauten Lachen und Sprechen freigesetzt werden können. Diese Tröpfchenkerne können über einen längeren Zeitraum in der Luft stehen und potenziell Viren übertragen. Daher sollten Räume, in denen sich mehrere Menschen aufhalten, regelmäßig gelüftet werden.
Bei der Querlüftung entsteht durch weit geöffnete, möglichst gegenüberliegende Fenster ein Durchzug. Dadurch wird die Raumluft schnell gegen Frischluft ausgetauscht. Auch die Stoßlüftung, bei die Fenster im Raum einige Minuten weit geöffnet werden, funktioniert gut. Das bloße Ankippen der Fenster allein ist kaum wirksam. CO2-Ampeln, die die CO2-Konzentration in der Luft messen, können als Anhaltspunkt für einen hygienisch ausreichenden Luftwechsel dienen.
Zusätzlichen Schutz bieten Verhaltensregeln, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten, Niesen und Händewaschen) und - da, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann - Alltagsmasken tragen.

Kann das Virus auch über den Stuhlgang bzw. Toilettengang in den Wasserkreislauf übertragen werden ?
In einigen Fällen kann das Virus im Stuhl nachgewiesen werden, ggf. auch noch längere Zeit nach Beginn der Symptome. Der Nachweis allein bedeutet aber nicht, dass Viren aus dem Stuhl in der Lage sind, andere Personen anzustecken. Nach derzeitigem Stand ist eine Übertragung aus dem Stuhl über Schmierinfektion äußerst selten. Man geht derzeit davon aus, dass sich das Virus vor allem über Tröpfcheninfektion bzw. Schmierinfektion von Sekreten aus den Atemwegen über die Hände und Aerosole überträgt. Der Wasserkreislauf spielt bei der Übertragung des Virus keine Rolle.

Kann man sich über Trink- bzw. Leitungswasser mit dem neuartigen Coronavirus infizieren ?
Nein, die Übertragung des neuartigen Coronavirus über Trink- bzw. Leitungswasser ist höchst unwahrscheinlich. Trink- bzw. Leitungswasser kann bedenkenlos getrunken werden. Durch ein mehrstufiges Verfahren werden Krankheitserreger und Schadstoffe während der Trinkwasseraufbereitung in Deutschland aus dem Wasser entfernt.

Können die Coronaviren über Oberflächen oder Gegenstände wie Lebensmittel, Kleidung, Geld oder Post und Pakete übertragen werden ?
Von Coronaviren weiß man, dass sie auf unbelebten Oberflächen wie Metall, Glas oder Plastik eine gewisse Zeit überleben können. Die Stabilität in der Umwelt hängt dabei von vielen Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beschaffenheit der Oberfläche ab. Um sich vor Virusübertragungen über kontaminierte Oberflächen zu schützen, ist es wichtig, die Hygieneregeln wie regelmäßiges Händewaschen zu beachten und die Hände vom Gesicht fernzuhalten. Eine Übertragung des Virus über Lebensmittel, wie z. B. Fleisch, ist unwahrscheinlich. Es sind bisher keine Fälle von Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus durch den Verzehr von Lebensmitteln bekannt. Das Infektionsrisiko wird außerdem durch das Erhitzen der Lebensmittel weiter reduziert, da die Coronaviren hitzeempfindlich sind.

Schützt eine gesunde Ernährung gegen eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ?
Es ist wichtig, dass Sie Ihr Immunsystem stetig auf natürliche Weise stärken. Durch Bewegung an der frischen Luft und gesunde Ernährung unterstützen Sie Ihre Immunabwehr. Eine gesunde Lebensweise allein schützt allerdings nicht ausreichend vor einer Infektion. Daher ist es wichtig, dass Sie stets auf die Verhaltensregeln achten, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand einhalten (mindestens 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten und Niesen, Händewaschen) und – da wo es eng wird – eine Alltagsmaske tragen.

Helfen Nahrungsergänzungsmittel dabei, dem Virus vorzubeugen ?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Nahrungsergänzungsmittel eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verhindern können. Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen COVID-19 beweisen. Wenn Studien zitiert sind, beziehen sich diese auf andere Viren.

Ist das neuartige Coronavirus beim Sex übertragbar ?
Auch beim Sex besteht ein hohes Ansteckungsrisiko, denn die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung steigt, wenn man einer Person, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist, näher als 1,5 Meter kommt.
Auch beim Küssen besteht ein hohes Risiko für eine Übertragung, da hier Speichel ausgetauscht wird.

Können sich Haustiere wie Hunde oder Katzen mit dem neuartigen Coronavirus infizieren ?
Ja, Haustiere können sich mit dem neuartigen Coronavirus infizieren. Dazu gehören unter anderem Hunde, Katzen, Frettchen und Goldhamster. In den meisten Fällen zeigen die erkrankten Tiere keine Symptome. Infizierte Personen sollten gerade beim Kontakt zu ihren Haustieren besonders auf Hygiene achten, engen Kontakt möglichst vermeiden, die Tiere nicht anhusten oder anniesen und sich von ihnen nicht durchs Gesicht lecken lassen.
Derzeit wird untersucht, welche Rolle Haustiere bei der Übertragung des Virus auf den Menschen spielen. Falls bei Ihrem Haustier durch den zuständigen Tierarzt oder der zuständigen Tierärztin eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt wurde, muss dies dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden. Üblicherweise geschieht dies durch den behandelnden Tierarzt, der Tierärztin oder das Labor. Durch diese Meldeplflicht sollen Antworten auf weitergehende und noch ungeklärte Fragen über Vorkommen und Ausbreitung von Corona-Infektionen bei Haustieren gefunden werden.

Kann ich mich bei meinem Haustier mit dem neuartigen Coronavirus anstecken ?
Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass Haustiere das neuartige Coronavirus übertragen können. Bei der Übertragung des Virus ist der Kontakt von Mensch zu Mensch ausschlaggebend. Der Kontakt gesunder Personen zu Haustieren muss aus derzeitiger Sicht des Friedrich-Loeffler-Instituts daher nicht eingeschränkt werden. Allerdings ist es als allgemeine Vorsichtsmaßnahme ratsam, grundlegende Prinzipien der Hygiene zu beachten, wenn man mit Tieren in Kontakt kommt, wie z. B. die Hände gründlich mit Seife zu waschen.

Was ist beim Umgang mit Haustieren in häuslicher Isolation bzw. Quarantäne zu beachten, wenn man selbst infiziert ist ?
Aus Sicht des Friedrich-Loeffler-Instituts können und sollten Haustiere bei einer Infektion des Tierhalters im Haushalt verbleiben. Unbedingt beachtet werden sollten jedoch allgemeine Hygieneregeln wie Händewaschen vor und nach Kontakt mit den Tieren. Einen engen Kontakt zu seinen Tieren sollte eine infizierte Person generell vermeiden. Außerdem sollten Personen, die sich in Quarantäne befinden, Bekannte oder Freunde bitten, bei der Pflege des Tieres zu unterstützen. Das schließt u. a. das Gassigehen mit Hunden ein. Katzen sollten nach Möglichkeit für die Dauer der Quarantäne das Haus nicht verlassen.

Können Stechmücken das neuartige Coronavirus übertragen ?
Nach den bisherigen Erkenntnissen gibt es keine Hinweise dafür, dass Stechmücken das neuartige Coronavirus übertragen können. Der Hauptübertragungsweg in der Bevölkerung ist die Tröpfcheninfektion. Diese Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch erfolgen, wenn virushaltige Tröpfchen an die Schleimhäute der Nase, des Mundes und ggf. des Auges gelangen. Auch eine Übertragung durch Schmierinfektion über die Hände, die mit der Mund- oder Nasenschleimhaut sowie mit der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, ist möglich.

Was bedeutet "Triage" im Gesundheitssystem ?
Der Begriff "Triage" stammt aus der Notfallmedizin und bezeichnet die Methodik, den Schweregrad einer Erkrankung bzw. Verletzung von Patientinnen und Patienten zu erkennen und die Behandlungsdringlichkeit bei ausgereizten Kapazitäten des Gesundheitssystems festzulegen. Die Behandlungsentscheidung ist von dem Ziel abhängig, dass möglichst viele Menschen überleben. Bei COVID-19-Erkrankten geht es um die Entscheidung, wer bei eingeschränkten Behandlungskapazitäten vorrangig intensivmedizinisch behandelt wird. Jede Anstrengung ist wichtig, die Zahlen niedrig zu halten, damit die Kapazitäten des Gesundheitssystemes nicht weiter ausgereizt werden.

Worauf ist die unterschiedliche Höhe der Fallzahlen zurückzuführen, die täglich gemeldet werden (Fallzahlen des Robert Koch-Instituts und die Johns Hopkins-Universität) ?
Die Johns Hopkins Universität (JHU) und das Robert Koch-Institut beziehen ihre Daten aus unterschiedlichen Quellen. Die Angaben der JHU basieren auf Internetrecherchen, bei der verschiedene Quellen berücksichtigt werden (u.a. Behörden, Medienberichte, Social Media). Dadurch liegen die Zahlen schnell vor. Das RKI verwendet nur offizielle Daten der Gesundheitsämter. Diese Daten sind überprüft und enthalten Angaben zur regionalen Verteilung, Alter, Geschlecht, Symptomen, usw.. Durch die Überprüfung kann etwas Zeit vergehen. Bei Entscheidungen zum Infektionsschutz sind jedoch qualitativ hochwertige Daten erforderlich.

Was versteht man unter der Reproduktionszahl R, und wie wichtig ist diese Zahl für die Bewertung zur jeweils aktuellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus ?
Die Reproduktionszahl R beschreibt, wie viele Menschen eine infizierte Person im Mittel ansteckt. Diese Zahl kann nicht alleine als Maß für Wirksamkeit von Maßnahmen herangezogen werden. Unter anderem muss die absolute Zahl der Neuinfektionen klein genug sein, um die Kapazitäten von Intensivbetten nicht zu überlasten. Am Anfang einer Pandemie gibt es den Startwert R0, der beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter/eine Infizierte im Mittel ansteckt, wenn es noch keine Immunität in der Bevölkerung gibt, noch kein Impfstoff verfügbar ist und noch keine Infektionsschutzmaßnahmen getroffen wurden. Beim neuartigen Coronavirus lag R0 zwischen 2,4 und 3,3, das heißt, jeder Infizierte hat im Mittel etwas mehr als zwei bis etwas mehr als drei Personen angesteckt. Ohne Gegenmaßnahmen wäre die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen. Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern.
Es gilt: Wenn R größer 1, dann steigende Anzahl täglicher Neuinfektionen, Wenn R gleich 1, dann konstante Anzahl täglicher Neuinfektionen, Wenn R kleiner 1, dann sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen.
Beim neuartigen Coronavirus ist es das Ziel, die Reproduktionszahl stabil bei unter 1 zu halten.

Wie hoch ist die Dunkelziffer bei COVID-19 im Verhältnis zu den aktuellen Fallzahlen ?
Die Zahl der nicht gemeldeten Fälle in ganz Deutschland ist nicht bekannt. Eine Studie des Robert Koch-Instituts in Kupferzell hat gezeigt, dass in dem Ort 3,9-mal mehr Infektionen nachgewiesen werden konnten, als bislang bekannt waren.

Warum sind die Fallzahlen am Wochenende geringer als an Arbeitstagen ?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen suchen am Wochenende meist weniger Personen eine Ärztin oder einen Arzt auf. Dadurch werden weniger Tests gemacht und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.
Dazu kommt, dass am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter und zuständigen Landesbehörden Daten an das Robert Koch-Institut übermitteln. Gemäß Infektionsschutzgesetz sollte die Übermittlung, sobald die Falldefinitionen des RKI erfüllt sind, spätestens am folgenden Arbeitstag erfolgen. In der aktuellen Lage übermitteln jedoch die meisten Gesundheitsämter früher und häufiger als gesetzlich vorgesehen, meist täglich, auch am Wochenende.

Was sind Hotspots ?
Mit der Bezeichnung "Hotspot" oder "Corona-Hotspot" wird meist eine Region bezeichnet, die ein besonders hohes Infektionsaufkommen verzeichnet. Dabei werden auch Städte und Gemeinden oder einzelne Wohnanlagen als "Corona-Hotspots" bezeichnet, wenn dort relativ viele Infizierte wohnen. Eine ähnliche deutsche Bezeichnung wäre bspw. das Wort "Brennpunkt". Eine genaue Defition dafür gibt es nicht.
Als Hotspot werden Regionen verstanden, die kumulativ mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten 7 Tage verzeichnen. Wenn dies geschieht, wird sofort ein konsequentes Beschränkungskonzept unter Einbeziehung der zuständigen Landesbehörden umgesetzt. Die Landesgesundheitsbehörden informieren darüber das Robert Koch-Institut. Hinsichtlich der Teilnehmerzahl bei privaten Feierlichkeiten werden die Länder Regelungen erlassen, wonach eine Höchstteilnehmerzahl festgelegt wird, wenn in einem Landkreis die 7-Tages-Inzidenz von 35 überschritten ist. Diese soll für Feierlichkeiten in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf maximal 50 Teilnehmer festgelegt werden. In privaten Räumen wird dringlich empfohlen, keine Feierlichkeiten mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen.

Was ist ein Superspreader oder ein Superspreading Event ?
Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen haben beobachtet, dass manche Menschen sehr viele Infektionen (sog. „Superspreader“) übertragen, während andere Infizierte nur wenige oder sogar niemanden infizieren.
Wenn eine oder wenige mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Personen für derartig viele Neuinfektionen sorgen, nennt man dies „Superspreader". Eine Veranstaltung, auf der viele Menschen durch wenige hochinfektiöse Menschen angesteckt werden, nennt man „Superspreading-Event".

Sind junge Menschen vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus geschützt ?
Auch jüngere Menschen können erkranken. Deshalb ist es wichtig, dass auch junge Menschen die Verhaltensregeln beachten, die in der AHA-Formel zusammengefasst sind: Abstand halten (Mindestabstand 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (richtiges Husten und Niesen, Händewaschen), Alltagsmasken tragen (wenn es eng wird).

Ich bin jung. Wieso muss auch ich Abstand halten? Ich gehöre doch nicht zur Risikogruppe.
Alle Menschen sollten jetzt Abstand halten. Nicht nur Personen, die zur Risikogruppe gehören. Es geht darum, einen unkontrollierten Anstieg der Fallzahlen zu verhindern, damit unser Gesundheitssystem leistungsfähig bleibt. Vor allem schützen wir damit nicht nur uns, sondern auch andere, z. B. auch diejenigen, die eher von einem starken Krankheitsverlauf betroffen sind. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass eine Ansteckung mit dem Coronavirus auch bei Menschen außerhalb der Risikogruppe einen schweren Verlauf nehmen kann. Mit dem Beachten der AHA-Formel kann jede und jeder einen Beitrag leisten, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen: Abstand halten (Mindestabstand 1,5 Meter), Hygieneregeln beachten (Rücksichtnahme beim Husten und Niesen, Händewaschen), Alltagsmasken tragen (wenn es eng wird).

Können auch junge Menschen zur Risikogruppe gehören ?
Ja, auch junge Menschen können zur Risikogruppe gehören, wenn sie Vorerkrankungen haben. Z. B. wenn sie Medikamente nehmen müssen, die das Immunsystem beeinflussen, oder einen Herzfehler haben. Auch Raucher und Raucherinnen gehören zur Risikogruppe, da bei ihnen aufgrund einer möglichen verringerten Lungenkapazität die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs höher ist.

Quellen:
Bundesministerium für Gesundheit
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Robert Koch Institut