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Leichtathletik
Deutsche Hallenmeisterschaften - Tag 2: 19.02.2023
Schlag auf Schlag ging es am zweiten Tag der Deutschen Hallenmeisterschaften von Dortmund. In insgesamt 15 Entscheidungen sorgten am Sonntag unter anderem Lauftalent Jolanda Kallabis, Hochspringer Tobias Potye und mit ihrem sechsten Hallentitel in Folge Malaika Mihambo für Jubelstürme.

Die Zahl Sechs wird für Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) untrennbar mit der Hallen-DM 2023 verbunden bleiben. Denn dort holte sie am Sonntag ihren sechsten deutschen Hallentitel in Folge – und das, wie passend, mit 6,66 Metern. "Für die ganz großen Weiten hat es heute nicht ganz gereicht, weil es an Kleinigkeiten gefehlt hat. Das ist absolutes Feintuning", erklärte sie anschließend. "Als Nächstes starte ich bei der Hallen-EM in Istanbul. Einen internationalen Titel unter dem Hallendach habe ich noch nicht, den würde ich mir gerne noch holen. Das wird nicht einfach werden, aber ich freue mich darauf."

Nach Rücken- und Beuger-Beschwerden, die zuletzt ein Fragezeichen über ihren Hallen-DM-Start gesetzt hatten, konnte sich Maryse Luzolo (Königsteiner LV) mit 6,49 Metern über die Silbermedaille freuen. Mikaelle Assani (SCL Heel Baden-Baden), am vergangenen Sonntag noch mit 6,70 Metern Siegerin des Dortmunder Hallen-Meetings, wurde mit 6,41 Metern Dritte.

Überraschung über 800 Mete
Jolanda Kallabis. Wer diesen Namen noch nie gehört hat, sollte ihn sich merken. Denn in Dortmund setzte das Lauftalent einen Tag nach ihrem 18. Geburtstag das nächste Ausrufezeichen in ihrer noch jungen Karriere. Die Athletin vom FT 1844 Freiburg, die im Sommer U18-Europameisterin über 2.000 Meter Hindernis geworden und später auf dieser Strecke sogar U18-Weltbestzeit gelaufen war, konzentriert sich in diesem Jahr auf die 800 Meter. Und auf dieser Strecke konnte sie am Sonntag direkt den Hallentitel der Frauen holen.

Im Duell mit der Schnellsten des Jahres Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweile; 2:04,39 min), die Zweite wurde, hatte Jolanda Kallabis auf der letzten Runde noch die meisten Körner und zog schließlich auf und davon. In 2:03,71 Minuten fehlten gar nur 34 Hundertstel zum deutschen U20-Hallenrekord von Konstanze Klosterhalfen. Bronze gingen für 2:06,06 Minuten an die Tübingerin Laura Wilhelm. "Ich habe mir im Vorfeld gedacht, dass es auf einen Zweikampf hinauslaufen wird. Und natürlich habe ich davon geträumt, dass ich gewinne. Es war nicht komplett unrealistisch. Und man muss sich hohe Ziele setzen", stellte Jolanda Kallabis fest..

Hallen-Bestleistung für Tobias Potye
Das Hochsprung-Finale der Männer weckte Erinnerungen an die letztjährige Freiluft-DM, bei der sich Tobias Potye (LG Stadtwerke München) und Mateusz Przybylko (TSV Bayer 04 Leverkusen) gegenseitig zu Höhenflügen bis über 2,30 Meter angestachelt hatten. Der Leverkusener verzichtete leider kurzfristig auf seinen Hallen-DM-Start, aber dieses Mal war es Jonas Wagner (Dresdner SC 1898), der Tobias Potye herausforderte. Beide flogen über 2,26 Meter und sorgten damit für Jubelstürme. Doch der Vize-Europameister konnte sogar noch eine Schippe draufpacken: Mit 2,28 Metern verteidigte Tobias Potye seinen Titel aus dem Vorjahr und steigerte seinen Hausrekord in der Halle um einen Zentimeter.

"Das hat heute richtig Bock gemacht hier – das war auch das Ziel", erklärte der alte und neue Deutsche Hallenmeister anschließend. "Für mich war es eine gute Generalprobe vor der Hallen-EM. Die Bestleistung von 2,28 Metern tat da zusätzlich gut. Da will ich nicht wieder Vierter werden."

Zweite Medaille für Marius Probst glänzt golden
Fleißpunkte für ein arbeitsreiches Hallen-DM-Wochenende gehen an Marius Probst: Der 1.500-Meter-Spezialist wurde für die mutige Entscheidung, den Doppelstart über 3.000 und 800 Meter zu wagen, mit zwei Medaillen belohnt. Und nach Silber auf der Langstrecke am Samstag glänzte die 800-Meter-Medaille am Sonntag golden. Das gemächliche Tempo spielte dem spurtstarken Athleten vom TV Wattenscheid 01 in die Karten, er dominierte die letzte Runde und stürmte schließlich mit deutlichem Vorsprung dem Titel entgegen. Seine Zeit: 1:50,75 Minuten.

„Das war ein super-schönes Wochenende für mich“, sagte Marius Probst nach dem Rennen, "ich bin überglücklich. Aber das verdanke ich auch meinem Coach und meiner Freundin. Das Publikum hier ist toll, für mich als Wattenscheider ist das natürlich auch ein wenig ein Heimspiel. Jetzt geht der Weg wieder zurück auf die 1.500 Meter, ganz klar, das war in dieser Hallensaison ein Experiment.“ Nachdem mit Marc Reuther (Königsteiner LV) ein MItfavorit auf das FInale verzichtet hatte, gingen Silber und Bronze an Tim Holzapfel (Unterländer LG; 1:51,43 min) und Adrian Engsterl (TV Villingen; 1:51,46 min).

Skadi Schier hält Angriff stand
Die Entscheidung über 400 Meter der Frauen wurde am Ende extrem eng. Skadi Schier (SCC Berlin) dominierte das Rennen von der Spitze weg ("Ich komme von der Unterdistanz, ich muss es von vorne machen") und hielt sich streng an den Marschplan ihres Trainers, der da lautete: Niemanden vorbeilassen! Mit letzten Kräften und einem Sturz über die Ziellinie gelang es ihr, dem Angriff von Elisa Lechleitner (LAZ Ludwigsburg) standzuhalten. Am Ende konnten sich beide über die erste Zeit unter 53 Sekunden freuen, sie holten in 52,93 und 52,99 Sekunden Gold und Silber. Bronze ging an Laura Müller (SV Go! Saar 05; 53,41 sec).

Ganz souverän machte es dagegen im Männer-Rennen über 400 Meter Marvin Schlegel. Und packte sogar noch eine Schippe drauf! Der Athlet vom LAC Erdgas Chemnitz steigerte seine deutsche Jahresbestleistung und persönliche Bestmarke um vier Hundertstel auf 46,25 Sekunden und distanzierte damit die Konkurrenz um Marc Koch (LG Nord Berlin) und Kevin Joite (Dresdner SC 1898), die beide mit neuen Saison-Bestleistungen von 47,04 und 47,38 Sekunden zufrieden sein konnten.

Neue Gesichter über 200 Meter
In Abwesenheit vieler Sprint-Asse, die in der Halle auf diese Strecke verzichten, war über 200 Meter die Bahn frei für neue Gesichter und neue Titelträger. Eine Überraschung gab's dabei im Frauen-Rennen, wo Louise Wieland (Hamburger SV) in 23,51 Sekunden Titelverteidigerin und Staffel-Europameisterin Jessica-BIanca Wessolly (VfL Sindelfingen; 23,68 sec) hinter sich lassen konnte. Bronze ging an Alisha Zwergel (Eintracht Frankfurt; 24,23 sec).

Bei den Männern konnte Robin Ganter (MTG Mannheim) bereits zum zweiten Mal an diesem Wochenende jubeln: Am Samstag gab's für ihn Silber über 60 Meter, am Sonntag wurde daraus über 200 Meter die Goldmedaille, in Bestzeit von 21,19 Sekunden. Ebenfalls schnell wie nie war dahinter Jonas Hügen (LG Stadtwerke München; 21,39 sec). Eddie Reddemann (TSV Bayer 04 Leverkusen), am schnellsten ins Rennen gestartet, erkämpfte sich in 21,53 Sekunden Bronze.

Amos Bartelsmeyer souverän
Eine Temposteigerung zwei Runden vor Schluss verdeutlichte über 1.500 Meter der Männer, dass der Titel nur an einen gehen konnte: Amos Bartelsmeyer. Der Deutsch-Amerikaner, der für Eintracht Frankfurt startet, hatte seine starke Form mit nach Dortmund gebracht und zog auf den letzten 400 Metern der Konkurrenz davon. Die Zeit von 3:47,38 Minuten – in einem taktischen Rennen eine Randnotiz, war er doch zuletzt gar schon bei einem phänomenalen Meilenrennen in 3:34,72 Minuten dem deutschen Hallenrekord nahe gekommen. Hinter ihm wurde es eng: Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe; 3:48,21 min) rang kurz vor der Ziellinie noch Maximilian Thorwirth (SFD 75 Düsseldorf-Süd; 3:48,26 min) nieder.

Die Entscheidung der Frauen war fest in der Hand von Katharina Trost (LG Stadtwerke München) – und das, obwohl sie mitten im zweiten Staatsexamen ihres Lehramtsstudiums steckt und zuvor noch keine Hallenrennen bestritten hatte. Doch sie dominierte in der Schlussphase das Tempo und keine Konkurrentin konnte folgen. Nach 4:11,87 Minuten war ihre kurze Hallensaison wieder beendet, und das mit der DM-Goldmedaille. Silber und Bronze holten sich Nele Weßel (Eintracht Frankfurt; 4:14,33 min) und Vera Coutellier (ASV Köln; 4:14,54 min).

Die Entscheidung der Frauen war fest in der Hand von Katharina Trost (LG Stadtwerke München) – und das, obwohl sie mitten im zweiten Staatsexamen ihres Lehramtsstudiums steckt und zuvor noch keine Hallenrennen bestritten hatte. Doch sie dominierte in der Schlussphase das Tempo und keine Konkurrentin konnte folgen. Nach 4:11,87 Minuten war ihre kurze Hallensaison wieder beendet, und das mit der DM-Goldmedaille. Silber und Bronze holten sich Nele Weßel (Eintracht Frankfurt; 4:14,33 min) und Vera Coutellier (ASV Köln; 4:14,54 min).

Simon Batz fliegt an die deutsche Spitze

Im Weitsprung der Männer ging am Sonntag vielleicht ein neuer Stern auf. Denn der Sieger ist erst 20 Jahre jung und trainiert bei einem, der ihm viel über weite Sätze erzählen kann: Hallen-Europarekordler Sebastian Bayer. Die Rede ist von Simon Batz (MTG Mannheim), der mit einer Bestleistung von 7,91 Metern angereist war und diese Vorleistung mit 7,86 Metern auch in Dortmund bestätigen konnte. Und das war Gold wert! Über die zweite Medaille des Wochenendes, Silber mit 7,76 Metern, konnte sich Dreisprung-Meister Max Heß aus Chemnitz freuen, für eine Bestleistung von 7,72 Metern gab's Bronze für Luka Herden (LG Brillux Münster).

Christina Honsel wurde im Hochsprung ihrer Favoritenrolle gerecht. Die Konkurrenz forderte die Überfliegerin der Hallensaison, die sich jüngst auf 1,98 Meter steigern konnte, nur bis zur Höhe von 1,88 Meter – die Athletin des TV Wattenscheid 01 flog mühelos drüber, ihre 17 Jahre junge Herausforderin Johanna Göring (SV Salamander Kornwestheim) musste die Segel streichen und holte mit 1,86 Meter Silber. Bronze ging für 1,83 Meter an Blessing Enatoh (LG Nord Berlin). "Ich wäre gerne ein bisschen höher gesprungen", erklärte Christina Honsel, die anschließend die Latte auf 1,92 Meter legen ließ, hier aber dreimal scheiterte.

Die Deutsche Meisterin im Stabhochsprung heißt nun in der Halle wie im Freien Anjuli Knäsche (LG Leinfelden-Echterdingen). Die 29-Jährige war ihrer jüngeren Konkurrenz deutlich überlegen und hatte schon nach ihrem dritten Sprung des Tages über 4,20 Meter den Titel in der Tasche. Dann schwang sie sich später noch über 4,45 Meter, nur fünf Zentimeter fehlten zur Hallen-Bestleistung. Silber und Bronze waren dieses Mal schon für 4,10 Meter zu haben und gingen an Clara Rentz (LT DSHS Köln) und U20-Vize-Weltmeisterin Chiara Sistermann (TSV Gräfelfing).

Münchens Sprinter im Team die Schnellsten
Den Schlusspunkt unter die 70. Deutschen Hallenmeisterschaften setzten einmal mehr die Staffeln über 4x200 Meter. Und hier konnte die LG Stadtwerke München zwei weitere Titel feiern. Denn sowohl die Frauen mit Viola John, Tina Benzinger, Hanna Fleischmann und Amelie-Sophie Lederer als auch die Männer mit Jonas Hügen, Yannick Wolf, Vincente Graiani und Samuel Werdecker waren über 4x200 Meter die Schnellsten.

Während die Sprinterinnen der LG Stadtwerke nach 1:36,21 Minuten im ersten Zeit-Endlauf zittern mussten und der SCC Berlin ihnen im zweiten Rennen in 1:36,28 Minuten noch einmal gefährlich nahe kam, konnten die Sprinter sich nach 1:25,43 Minuten als Sieger des zweiten Lauf schnell sicher sein. Mit einem verpatzten ersten Wechsel hatten sich zuvor die TItelverteidiger aus Wattenscheid selbst aus dem Rennen genommen.

QUELLE DLV, Silke Bernhart