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Leichtathletik
Lokale Laufsportszene trauert um Walter Sauerwein
Wie der TVOnline Redaktion am 15.11.21 mitgeteilt wurde, verstarb in den letzten Tagen im Alter von 96 Jahren mit Walter Sauerwein ein echtes Urgestein der lokalen Laufsportszene.

Er hat mit dem Laufen erst ernsthaft begonnen, als er 1983 Rentner wurde.
Ein Jahr zuvor bestritt er beim Spessart-Volkslauf über 10 km in Goldbach seinen ersten Wettkampf.
2008 in Aschaffenburg bestritt Walter Sauerwein seinen letzten Lauf. Danach verhinderte seine angeschlagene Gesundheit eine Fortsetzung der Laufkarriere.

Er war der erfolgreichste Alterklassenläufer nicht nur des LAZ Obernburg-Miltenberg, sondern auch Unterfrankens. Er sammelte in den 25 Jahren seiner Läufer-Karriere 27 bayerische Meistertitel, wurde zehnmal deutscher Meister, viermal Europameister und holte bei Weltmeisterschaften viermal Gold, einmal Silber und einmal Bronze.

Über seine Vielseitigkeit geben schon die Bestzeiten bei den verschiedenen Streckenlängen Auskunft:
Marathon 3:24 Stunden, Halbmarathon 1:42 Stunden, 10 km 40,23 Minuten, 5 km 19,21 Minuten, 3000 m 16,07 Minuten, 1500 m 7:32 Minuten, 800 m 2:33 Minuten, 400 m 1:08 Minuten, 200 m 31,01 Sekunden.
Europameister wurde er in der Mannschaft M 75 in der 4 x 400 m Staffel und der 4 x 100 m Staffel.
Ganz besonders stolz waren er und seine Gattin Leni, die ihn bei Europa- und Weltmeisterschaften stets begleitet hat, auf seine erste deutsche Meisterschaft im Jahr 1990 in Rheinzabern über 10 km.

Auch bei uns in Goldbach war "der kleine Mann" der LAZ Obernburg-Miltenberg beim Spessart-Volkslauf und später auch bei der Winter Crosslaufserie ein geschätzter, gern gesehener und sehr erfolgreicher Teilnehmer.

Persönlicher Nachruf unseres Läufers Norbert Gündling

Mit Walter verbindet mich ganz persönlich eine tiefe Verbundenheit, da er auf den Tag genau mit mir am 18. Juni Geburtstag hatte, den wir manchmal bei ihm zu Hause in Elsenfeld im Kreise seiner Familie, Verwandten und Bekannten feierten.
Uns trennten also exakt 15 Jahre (Walter:18.06.1925) und mir (18.06.1940).
Bewundernswert waren seine hervorragenden Leistungen im Laufsport, wobei er viele Trophäen als Bayrischer Meister, Deutscher Meister, Europameister und sogar als Weltmeister vorzeigen konnte.

Ich durfte sein früheres Arbeitszimmer bestaunen, wo er die Wände mit seinen Urkunden tapezierte und mehrere Vitrinen randvoll mit seinen Pokalen ausgestattet hatte.
Ferner erinnere ich gerne an unsere gemeinsame Bahnfahrt zur Hallenweltmeisterschaft in Linz/A am 15.03.2006 (wo wir uns ohne Absprache im gleichen Abteil gegenüber saßen) und uns in Linz öfters nach unseren Wettkämpfen der 3.000 m-Distanz (Vorlauf und Endlauf waren über 2 Tage verteilt) trafen, da gleichfalls zufällig unsere Hotels unweit nebeneinander lagen.

Besonders erwähnenswert sind seine bayerischen Bestleistungen über 5.000 m und 10.000 m in der AK M80, die heute noch Bestand haben.
Explizit Hervorheben möchte ich seine Bestzeit über 5.000 m mit 24:40,28 Min, die er mit 80 Jahren am 25.08.2005 in San Sebastian/Spanien bei der Weltmeisterschaft erzielte.

Er war schlicht gesagt: Mein Mentor, mein Vorbild!
Es schmerzt mich, dass ich bei seiner Beerdigung nicht anwesend sein darf, da aufgrund von CORONA eine Teilnahme nur im engsten Familienkreis gestattet ist.
Natürlich kann und werde ich dem Walter an seinem Grab in Kürze ganz persönlich meine Aufwartung machen.