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Ausdauersport
Spitzentriathletin Meike Krebs besucht den TV Goldbach
Auf ihrer Webseite kann man nachlesen, dass das Motto von Meike Krebs „Labor omnia vincit improbus“ lautet, was übersetzt so viel heißt wie „unverdrossene Arbeit überwindet alles“.

Der Sinnspruch passt zu dem blonden Kraftpaket und angesichts der lateinischen Worte verwundert es nicht, dass die quirlige Frankfurterin, die heute den TV Goldbach besucht hat, zudem aussieht wie die Falbala (nur abgesehen davon, dass diese lĂ€ngere Haare hat) aus dem Dorf der unbeugsamen Gallier in den Abenteuern von Asterix und Obelix. Sie ist eine beeindruckende Persönlichkeit, diese Spitzentriathletin: NatĂŒrlich und locker, aber auch diszipliniert und stark in ihrem ganzen Auftreten.

Im Gymnastikraum der TV Goldbach Turnhalle gibt uns Meike Krebs den Drill Instructor: „Wir stellen uns gerade auf die Aero Step Kissen und verschrĂ€nken die Arme hinter dem Kopf, so. Dann gucken wir nach oben an die Decke und schließen die Augen. Alles klar? Und dann heben wir ein Bein an, so weit, bis der Unterschenkel im rechten Winkel zum Oberschenkel hĂ€ngt. Halten!“
Schon nach wenigen Sekunden kommen wir ins Rudern, die Übung ist nicht halb so einfach, wie sie im ersten Moment den Anschein hat.
Einem Haufen angetrunkener Schiffschaukelbremser gleich, versuchen besonders die MĂ€nner unter uns, die hĂŒbsche Vorturnerin nicht zu enttĂ€uschen, aber es hilft alles nichts.
Wir sehen aus wie die Deppen. Wir schaukeln, wir kippen, Augen werden geöffnet und wieder geschlossen, es wird gelacht.
Auch unsere Falbala, im wahren Leben die deutsche Spitzentriathletin Meike Krebs, lacht spitzbĂŒbisch, bleibt aber gnadenlos: „Weiter! Los, los, wir probieren es mit ausgestreckten Armen. Diese Übung ist ideal zum AufwĂ€rmen, Koordination und Stabilisation in den Beinen werden gleichzeitig trainiert.“

Wir bekommen gezeigt, wie man richtig Kniebeugen macht, mit „Entenpopo“ hinten raus, wir sehen jetzt wie vollendete Deppen aus, weil es keiner richtig kann und GĂŒnther macht Fotos fĂŒr die Webseite. Oh nein.
Dann gehen wir in die Sitzhocke, aber ohne Stuhl.
Die Oberschenkel brennen und drohen binnen kĂŒrzester Zeit zu bersten. Wir sollen uns vorstellen eine Langhantel ĂŒber uns zu halten und diese fĂŒnfmal stemmen. Wie? Aha!
Man kann sich auch einen Besenstil vorstellen. Meike lĂ€sst nicht locker, sie beĂ€ugt kritisch die Schulter-, RĂŒcken-, und Armhaltung eines jeden: „Ihr mĂŒsst die Schultern nach hinten drĂŒcken. Hohlkreuz machen! Die Arme senkrecht nach oben! Senkrecht! Nicht schrĂ€g nach vorne!
Und los! Entenpopo! Noch was: Ich kann nicht zĂ€hlen!“

„Was?!“
„Nein, ich kann nicht zĂ€hlen, das ist eine meiner SchwĂ€chen. Ich weiß nicht, wie oft wir das jetzt schon gemacht haben, wir machen es einfach gleich nochmal, haha. Immer, wenn man drei oder zehn oder mehr Wiederholungen gemacht hat, macht man zum Schluss einfach noch eine.“
Da muss man das ZĂ€hlen ja verlernen, denke ich und stelle fest, dass diese Art, einen Gymnastiktreibenden zu leimen, eine Gemeinheit ist. Und es ist sauanstrengend, dabei sind wir jetzt gerade mal zehn Minuten zugange.

Als wir damit fertig sind, dĂŒrfen wir uns nicht in eine andere Stehhaltung begeben! Weit gefehlt.
Wir bekommen nun MedizinbÀlle und sollen uns diese gegenseitig zuwerfen, fangen und wieder weiterwerfen! Wir sind schon so konfus, dass das nur noch bedingt gelingt.
Thorsten bekommt aus Versehen zwei MedizinbÀlle zugeworfen und wird wie ein Piratenschiff auf hoher See versenkt.
Eine der Dreikilokugeln touchiert ihn zwischen Backe und Brille so stark, dass er bedenklich taumelt, aber auch er muss weitermachen, es gibt keine Ausreden.
Ähnliche Übungen machen wir im Anschluss im Liegen. Beine hoch, anwinkeln, Oberkörper hoch. Medizinball links, rechts, Boden nicht berĂŒhren, zum Nachbar werfen und zurĂŒck.
Kurz bevor wir auf der Zielgeraden eingehen wie die Primeln, erlöst uns Meike Krebs und macht stattdessen noch einige Dehnungen mit uns. Eric, neu in der Runde, schreit vor Schmerz, als ihm Meike sein steifes Kreuz nach vorne drĂŒckt.
Der ehemalige Fußballer weiß jetzt, wo Felix Magath sein Trainerhandwerk gelernt haben muss.
Hat er seinen Entschluss, in den Triathlon zu wechseln, soeben bereut?

Eine halbe Stunde spĂ€ter sitzen wir, um beim Asterixvergleich zu bleiben, wie ein Haufen vermöbelter LegionĂ€re im Clubheim beisammen, wo uns eine weiter glĂ€nzend aufgelegte Meike „Falbala“ Krebs einen kurzweiligen Vortrag ĂŒber verschiedene Trainingsmethoden im Triathlon hĂ€lt.
Bestimmt fĂŒnfzig Zuhörer haben sich im Club eingefunden. Es gibt Gulasch und SpĂ€tzle und Erdinger Alkoholfrei.
Die gleichnamige oberbayerische Brauerei ist Hauptsponsor der jungen Sportwissenschaftlerin.
Seit 2007 ist sie Profi und so ziemlich jedem bekannt, der diesem Sport in Deutschland nachgeht.

Zu ihren grĂ¶ĂŸten Erfolgen gehören zahlreiche Top Ten Platzierungen beim Ironman Frankfurt und viele Siege bei Sprint- und anderen Stadtveranstaltungen.
In Hawaii hat es Meike Krebs schon unter die Top 30 geschafft.

„Das Krafttraining wird hĂ€ufig unterschĂ€tzt“, sagt sie. Sie wird uns darĂŒber heute einiges erzĂ€hlen. Und weil wir kurz vor Weihnachten stehen, erfahren wir auch einiges ĂŒber das Wintertraining eines Triathleten: „Krafttraining, Rumpftraining an sich, machen wir vor allem zur Steigerung der wettkampfspezifischen LeistungsfĂ€hig im Sommer. Was wir jetzt machen im Krafttraining, davon profitieren wir vor allem im kommenden Sommer!“

Wer im Winter mehr Krafttraining macht, hat weniger Zeit fĂŒr die Schwimmeinheiten, verrĂ€t Meike Krebs, aber das mache nichts, meint sie, man wĂŒrde das schnell wieder kompensieren. Besser sei es, mehr Kraft zu tanken, da man im Anschluss wieder hĂ€rter und auch ohne Schmerzen trainieren könne.
Andreas Hasenstab wirft in der fĂŒr ihn typischen, sĂŒffisanten Art hier ein: „Irgendjemand hier, der ohne Schmerzen trainiert? Hahaha!“ Er hat damit Meike und die Lacher auf seiner Seite.
Und wieder betont Meike Krebs die Wichtigkeit einer ordentlichen Prophylaxe fĂŒr den Sportler, denn Krafttraining sei vor allem auch ebendies: Verletzungsprophylaxe. Man solle immer versuchen aufzubauen. Langsam anfangen, steigern, muskulĂ€re Dysbalancen zu Saisonbeginn gilt es auszugleichen durch entsprechende Übungen.
„Und Dehnen ist ungeheuer wichtig, wer das vernachlĂ€ssigt, kommt ohne Physiotherapeut gar nicht mehr rein“, berichtet die Spitzen-Triathletin.

Wann der beste Zeitpunkt fĂŒr das Dehnen sei, will Andreas wissen. Die Fachwelt sei hier immer wieder anderer Meinung, antwortet ihm Meike Krebs.
Jeder sei da auch ein anderer Typ, meint sie. Sie selbst dehnt immer nach dem Training, nach der Einheit. Aber nie, ohne vorher einen trockenen, warmen Ort dafĂŒr aufzusuchen, damit man sich nicht erkĂ€ltet unmittelbar nach der Trainingseinheit.
Optimal findet sie, nach dem Duschen zu dehnen, wenn alles warm und weich ist. Gut sei es auch, warum denn nicht, vor dem Fernseher zu dehnen.

Sie doziert ĂŒber die verschiedenen Formen des Krafttrainings. Wir erfahren, was der Unterschied ist zwischen Krafttraining mit Gewichten, Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht, dem propriozeptivem Training und dem sportartspezifischen Kraft-Training.
Und die zierliche Person, die vor uns steht, fesselt uns alle mit ihren anschaulichen ErlÀuterungen und ihrer kurzweiligen Art, die Inhalte nÀher zu bringen.
So macht sportwissenschaftliche Theorie auch dem Nichtakademiker Spaß. Meike Krebs versteht es, locker und praxisnah, dem Breitensportler Lust auf die ungeliebten Kraftausdauereinheiten zu machen.
So gesehen hat sie den Sinn ihres Vortrages heute schon nach kurzer Zeit ĂŒbererfĂŒllt.

In der kommenden Stunde machen alle Anwesenden unter FĂŒhrung von Meike Krebs einen regelrechten Tauchgang in die Tiefen des professionellen Kraftausdauertrainings.
Ein ganz wichtiger Aspekt liegt im Stichwort „Maximalkraft“, diese zu trainieren, sei essentiell.
Man solle es stetig steigern, aber nie lÀnger als eine Stunde lang machen.

Es sei auch immer besser, Krafttraining mit Gewichten zu machen, als an geschlossenen GerÀten zu trainieren.
Die spezifischen Übungen mit Gewichten trainieren den gesamten Bewegungsablauf, mehrere Muskeln, die Maximalkraft in einem Bewegungsablauf.
Die RumpfĂŒbungen kann man auch zum AufwĂ€rmen machen.

Man brauche auch keine Angst davor zu haben, irgendwann auszusehen, wie Arnold Schwarzenegger, meint die Triathletin, da es bei einem Ausdauersportler immer so sei, dass sich der Muskel auch wieder mehr an dem Ausdauerrhythmus orientiere.
Isolierte Übungen an GerĂ€ten seien vor allem dafĂŒr da, um muskulĂ€re Dysbalancen auszugleichen, bspws. nach Operationen.

Das beste Training sei das propriozeptive, gibt sie uns als Ratschlag mit. Diese Art zu trainieren, sei die beste Verletzungsprophylaxe, da der Muskel hier sehr in die Tiefe hinein trainiert wird, dort, wo er Gelenke und Wirbel stĂŒtzen muss.
Man könne diese Trainingsmethode wunderbar in den Alltag integrieren, in dem man möglichst viel einbeinig tue, z.B. ZĂ€hneputzen und Staubsaugen. Man wĂŒrde bei einem Waldlauf dann irgendwann definitiv merken, „hoppla, ich knicke ja gar nicht mehr um!“.
Meike Krebs schĂ€tzt das Lauf-ABC, auch dies sei ein propriozeptives Training. Sie ist eine Verfechterin davon! Sie empfiehlt die EinbeinstandĂŒbungen hierin einzubauen, Variationen zu integrieren.

Es sind die zahlreichen bildhaften Vergleiche, die den Vortrag so hörenswert und interessant machen: „Ich habe meine Ironmanlaufzeit auf 3:13:00 h gesteigert, weil es mir nun gelingt, den ganzen Lauf hindurch gerade zu bleiben, denn wenn meine Körperhaltung nicht mehr stimmt, habe ich irgendwann keine Amplitude mehr!“

K1 Training beim Fahrrad fahren heißt:
Volle Rotze reintreten, sechs Sekunden lang, dann fĂŒnf Minuten Pause. Es gibt auch ein K2, ein K3 und ein K4 Training.
Meike Krebs legt ĂŒbersichtliche Tabellen auf, die alles klar dokumentieren.

Sie spricht vom „genĂŒgend starken Korsett“, dass ein jeder braucht, sie betont die Wichtigkeit des Rumpftrainings, sie rĂ€t, es immer zu machen, auch ĂŒber die Sommersaison hinweg bis zum nĂ€chsten Saisonabschluss, womit sie den Turnaround zum Jetzt schlĂ€gt.

Der Abend dauert noch lange und man könnte seitenweise weiter die Tipps von Meike Krebs zitieren.
Es ĂŒberrascht alle Anwesenden, wie anschaulich und klar die Trainingsphilosophie eines Spitzensportlers sein kann.

Meike Krebs verrĂ€t auf ihrem Internetauftritt, dass ihr grĂ¶ĂŸter Gegner der „innere Schweinehund“ ist.
Man mag dies gar nicht glauben, angesichts ihrer klug definierten Argumente pro Trainingsdisziplin. Vielleicht ist sie gerade deshalb so gut strukturiert, weil sie weiß, wie schwer es ist, den Schweinehund zu besiegen, wenn man keine Ordnung , keinen Stundenplan in seinem sportlichen Plan pflegt.

Nach einem phantastischen Einblick in das Leben einer Spitzentriathletin bleibt uns nur, dieser jungen Frau GlĂŒck zu wĂŒnschen, auf ihrem weiteren Weg durch die Welt des Ironman.
Meike Krebs GlĂŒcksbringer ist ein kleiner EisbĂ€r.
Er heißt nicht Knut und nicht Lars, Meike Krebs ist kein Kuscheltier.
Er hört auf den Namen Smirnov. Der fast gleichnamige Wodka (Smirnoff) hat 37,5%, ist also hochkarÀtig. Wir haben heute eine in allen Belangen hochkarÀtige Persönlichkeit kennengelernt.

Einen weiteren, ihrer wunderbaren CharakterzĂŒge hat uns Meike Krebs zum Abschied ihres Besuchs gezeigt.

Als unser Vereinsvertreter GĂŒnther Wenzel (2. Vorsitzender), Andreas Hasenstab (Laufboss) und Tina Staab (Tria-Chefin) der Erdinger-Actress zum Abschied einen TV Goldbach Wimpel ĂŒbergeben, freut sie sich ehrlich und verspricht, ihn gleich zuhause an einem Ehrenplatz zu drapieren.
Und das sagt eine Frau, die uns mit einem Stapel heiß begehrter Autogrammkarten gegenĂŒber sitzt.
Bescheiden ist sie also auch noch.

Meike Krebs hat ein Foto vom Goldbacher Wimpel inmitten ihrer sensationellen TrophÀensammlung gemacht, das man sich auf ihrem facebook-Auftritt anschauen und auch bewerten kann.
Also, an alle Freunde des Triathlon-Sports: Möglichst einbeinig an den Computer stellen und klicken: GefÀllt mir!
http://www.facebook.com/#!/pages/Meike-Mickey-Krebs/128244893891855

REDAKTION: Franz Staab

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